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02.05.2019

Dr. Andreas Schwab auf Einladung der CDU Ortsverbände bei der Kinzigbrennerei in Biberach

Betriebsbesichtigung mit Europaabgeordneten, Bürgermeister Pfundstein und Bürgermeister Saar

Betriebsbesichtigung mit Europaabgeordneten, Bürgermeister Pfundstein und Bürgermeister Saar

Diskussion über die Entwicklung der Landwirtschaft in Europa

Von HGM

Abschluss der letzten Etappe des Europaabgeordneten im Kinzigtal

Gute Diskussion über die wirtschaftliche Entwicklung des Mittelstandes in Europa

Bei einem Besuch des Europaabgeordenten Dr. Andreas Schwab in der Kinzigbrennerei in Biberach wartete der Familienbetrieb mit Ihren Produkten aus der Region auf. „Dieser Betrieb hat seine Wurzeln im Schwarzwald und das Herz der Familie schlägt für die Landwirtschaft.“ leitete der Stadtverbandsvorsitzende in die Veranstaltung ein. Trotz dem anspruchsvollen Betrieb und den mannigfachen Veranstaltung, sei es möglich gewesen einen Besuch abzustatten. Hauptgrund sei über die Vermarktung eines regionalen Produktes im europäischen Wettbewerb zu sprechen und insbesondere auch davon zu probieren.

Der Betriebsinhaber Martin Brosamer führte die Mitglieder der CDU und die Kandidaten der Gemeinderats und Kreistagswahlen aus dem Harmersbachtal, in die Welt des Whisky und dessen Entwicklung in der Region ein. „Der Whisky ist in der Ortenau marktfähig geworden. Zwar sind die Abnehmer eher in den Städten zu finden, aber gibt es auch immer mehr in den ländlichen Regionen und finden Ihre Liebhaber.“  Von der Destillation bis zur Lagerung und Vermarktung leitete der sachkundige Whiskybrenner und Landwirt die Delegation durch seinen Betrieb und begeisterte die Anwesenden von seinen Produkten.

Immer wieder wurden Fragen zum Thema Whisky in Europa gestellt. Der Europaabgeordnete Dr. Andreas Schwab interessierte insbesondere die Vermarktungsposition, wenn der Austritt der Briten aus der EU erfolgt. „Der Brexit wäre kein Schaden für mich. Die Schotten müssten ihren Brand nach Europa einführen und höhere Steuern abführen. Unser Wettbewerbssituation würde sich damit verbessern.“

Große Sorge macht sich der Betriebsinhaber über die Whisky- bzw. Cherry-Fässer. Die Kosten für gute Fässer steigen von Jahr zu Jahr. Auf die Frage nach dem Handwerk des Küfers kam die Antwort, dass es noch diesen Beruf zwar gäbe, aber immer seltener wird. Die nächste Schule zum Erlernen des Küferhandwerks gäbe es erst in Österreich. 

Bei der Probe der hochprozentigen Destillate, wurden jeweils zwischen der Verkostungen der unterschiedlichsten Sorten Europa- und Kommunalpolitische Themen diskutiert. Dr. Schwab erläuterte die Situation des Brexits und die Außenwirkung, die ein uneinheitliches Europa bei den großen Nationen wie China hat. „Die Chinesen können nicht nachvollziehen, wie uneins sich die Europäer sind und sehen sich in Ihrer Regierungsform als Fortschrittlicher. Einsprüche und monatelange Diskussionen und das Ringen nach Mehrheiten, sind aus chinesischer Sicht nicht produktiv. So sehen sich die Chinesen handlungsfähiger und durch staatlicher Verordnung schlagkräftiger in der Wirtschaft und dem internationalen Markt.“

Der hiesige Ortsvorsitzende Josef Schäfer stellte ebenfalls fest, dass gerade in unserer Region, immer mehr Anfragen aus China zum Kauf von mittelständischen Unternehmen mit z.T. sehr horrenden Preisen gesucht werden. Martin Brosamer konnte ebenfalls hier schon Erfahrungen machen. „Auch wir haben hier eine Anfrage über den Verkauf unserer Brennerei bekommen. Die wir aber mit Blick auf die Zukunft hier in Biberach gerne abgeschlagen haben.“ Auch die Belieferung von Verbrauchermärkten wäre nicht das Ziel des Brenners, weil hierfür der Verschnitt des langjährigen Whiskys notwendig wäre.

Dass die Deutschen und insbesondere die mittelständische Wirtschaft ein hohes Entwicklungspotential an Innovationen und großer Ingenieurleistung, gerade durch das freie und unabhängige Denken und Handeln besitzt, gilt es hier entgegen zu halten. „Der Mittelstand mit seinen Familienbetrieben sind der Motor für die deutsche Wirtschaft. Mit weniger Bürokratie und mehr freie Marktwirtschaft, können wir dem chinesischen Markt gut Paroli bieten.“ so der Kreisvorsitzende der Mittelstandsvereinigung Hannes Grafmüller.

Bürgermeister Günter Pfundstein aus Zell a. H. wies auf die Gesetzgebung und das Umsetzen von Europäischen Richtlinien hin, die oftmals zu bürokratisch und praxisfern seien. „Ausschreibungen von Planleistungen sollen jetzt zusammengefasst werden. Damit kommen viele Bauvorhaben über den Schwellenwert und müssen europaweit ausgeschrieben werden. Dies bedeutet für uns einen Mehraufwand an Zeit und höheren Kosten.“ Der Europaabgeordnete Schwab konnte entkräften, dass diese Regelung nicht auf Europäische Gesetzgebung sondern auf ein Gerichtsurteil eine deutschen Bundeslandes beruht. „Nicht für alle nicht nachvollziehbaren und bürokratischen Regelungen ist die EU verantwortlich in diesem Fall setzte das Gericht den Schwellenwert fest, worunter die Kommunen und die öffentliche Hand leiden müssen.“   

Wie es um die Zukunftsthemen um Europa steht, wollte die jungen Gemeinderatskandidaten Jonas Breig aus Biberach und Tom Weber aus Zell wissen. „Wir stellen immer mehr fest, dass die Kommunikation und das Weitertragen der Entscheidungen und Begründungen immer schlechter werden und die jungen Europäer scheinbar gar nicht mehr erreicht werden.“  Schwab verwies auf die derzeitigen Möglichkeiten, die sich im Europaparlament bieten, wie über Informationstechnik, Netzwerke und Medienberichterstattungen viel getan wird, um die Bevölkerung zu informieren. „Bei der Informationsflut und den vielen Reizen, die der Mensch heute ausgesetzt ist, wird es oft schwierig den Überblick zu behalten. Aber die Angebot des Europäischen Parlamentes sind sehr vielseitig und jederzeit abrufbar.“

Über den Populismus und das Auftreten mancher europafeindlichen Parteien, äußerte sich der Bürgermeister aus Haslach, Philipp Saar sehr skeptisch. „Wir müssen doch für Europa werben und hier den Menschen zeigen, dass Europa für alle Wohlstand schafft. Nur so können wir die Wahlbeteiligung erhöhen.“ Auch Dr. Schwab äußerte sich konkret über die Sitzverteilung der AfD im Europaparlament. „Fünf Abgeordnete hat die letzte Wahl für die AfD gebracht, wovon jetzt stand heute vier Parlamentarier davon ausgetreten sind. Was sollen denn die Wähler davon halten?“

Bei einem anschließenden reichhaltigen Vesper stellten die Anwesenden Gäste fest, dass hier ein Betrieb mit hoher Qualität und großem Engagement geführt wird. Der Stadtverbandsvorsitzende verabschiedete den Europaabgeordneten auf seiner Etappe ins Harmersbachtal und Kinzigtal mit den besten Wünschen und großer Kraft für den Wahlkampf mit einer Whisky-Selektion für ein hochprozentiges Ergebnis an der Europawahl am 26. Mai in Südbaden.