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02.05.2019

Dr. Andreas Schwab auf Tour durchs Harmersbachtal

Teilnehmer der Landwirtschaftsveranstaltung

Teilnehmer der Landwirtschaftsveranstaltung

Eiszeit in Europa für die Landwirtschaft

Von HGM

“Eiszeit für die Landwirtschaft in Europa“

Europaabgeordneter Dr. Andreas Schwab besucht auf Einladung der CDU Ortsverbände aus dem Harmersbachtal die Landwirte, Jäger und Waldbesitzer.

Die CDU Ortsverbände Biberach, Oberharmersbach, Nordrach und Zell a. H. hatten den Europaabgeordneten Dr. Andreas Schwab MdEP eingeladen, um über die dringendsten Themen aus der Landwirtschaft zu diskutieren. „Die Bedeutung der Landwirtschaft gerade bei uns im ländlichen Raum ist sehr groß. Viele Themen verlangen viele Fragen und fordern schlüssige Antworten.“ Begrüßte der CDU Stadtverbandsvorsitzende aus Zell a. H., Hannes Grafmüller die Vertreter und Mitglieder im Café Berger.

Die Neuansiedlung des Wolfes, die Forstbetriebsreform in Baden Württemberg, die Offenhaltung der Kulturlandschaften, die geplante Düngemittelverordnung zur Herabsetzung der Nitrate im Grundwasser, Bewirtschaftung der Weidflächen in FFH-Gebieten und die zunehmende Abhängigkeiten der Lobbyisten in den Umweltverbänden, betrifft alle Ebenen der Politik. „Aus Europa, aus dem Bund, und dem Land werden die Vorgaben gemacht, die dann bis in die Kommune von großer Bedeutung sind und Auswirkungen für die Zukunft haben.“ ergänzte die CDU Ortsvorsitzende aus Oberharmersbach Anja Jilg. 

Dr. Andreas Schwab erläuterte die Arbeit im Europaparlament und zeigte Verständnis über die Vielfalt der Fragen zum Thema Landwirtschaft. „Oft sind die Entscheidungen aus dem Europaparlament nicht schlüssig genug an die Bevölkerung kommuniziert und wir haben alle Hände voll zu tun, hier die Dinge klarzustellen.“ Die FFH-Gebiete haben Ihre wichtige Bedeutung, sollten aber nicht überbewertet werden. Der Landwirt Georg Schwendemann aus Oberentersbach zeigte sich hinsichtlich der Bewirtschaftung am eigenen Hof und das Bearbeitung der FFH Flächen am Rückhaltebecken benachteiligt. „Es dürfe nicht mit zweierlei Maß gemessen werden, wenn es um öffentliche Flächen geht. Auch die Landwirte müsse es erlaubt sein, die eigenen Grundstücke wirtschaftlich, ökologisch ohne Nachteile, bewirtschaften zu können.“ Der Europaparlamentarier sieht im Hinblick auf die Umsetzung der verschiedensten Ebene Handlungsbedarf, will aber hier die Grundsätze der Politik für die Landwirtschaft nicht außer Acht lassen. „Die Subsidiarität und Eigenverantwortung der Länder und Kommunen solle nicht außer Kraft gesezt werden. Damit bleibt die Handlungsfähigkeit und der Umgang mit den Richtlinien immer erhalten und die gut gemeinten Ansätze sollen nutzen und nicht  schaden.“  Öko Landwirt und Ortschaftsrat Josef Willmann erläuterte anhand seiner Erfahrungen, dass er mit Kräuterwiesen in den FFH Gebieten hier für seine Rinder wirtschaftlicher arbeiten kann auch ohne zu düngen. „Die Tiere sind im Hinblick auf die Vielfalt des Futterangebotes gesünder und pflegeleichter.“ Die Überarbeitung der Düngeschutzverordnung sollte allerdings im Vorfeld auf die Fakten und Erkenntnissen der bisherigen Maßnahmen und statistische Untersuchungen gestützt werden. „Eine Pauschale Reduzierung der Nitrate um 20 % müsse im Vorfeld ausgesetzt werden, bis die neuesten Ergebnisse vorliegen und nicht schon zwei Monate davor.“ sprach sich der Landwirt und Ortschaftsratskandidat Franz Schöner von Unterentersbach aus. 

Bevor eine Neuansiedlung des Wolfes in unserer Kulturlandschaft diskutiert werden sollte, zeigten sich die Anwesenden skeptisch, ob dies überhaupt dem Wunsch der Bevölkerung entspricht. „Wir müssen nicht dem Anliegen der Stuttgarter nach Wolfansiedlung in Baden-Württemberg  entsprechen, wenn nur der ländliche Raum davon betroffen ist.“ räumte Rainer Kälble Stadtratskandidat von Zell a. H. ein.

Natur und Wolf im Einklang zu halten sind gerade in diesem Punkt schwierig. Die Jäger zeigen auf, dass der Wolf nicht für den Ausgleich des Verhältnisses an Rot- oder gar Schwarzwild sorgen kann. „Der Wolf jagt nicht die Wildschweine oder die Rehe, sondern bedient sich dem Weidevieh auf den Wiesen. Wir brauchen den Wolf nicht um ein Gleichgewicht in den Wäldern herzustellen.“ gibt Gemeinderatskandidat von Oberharmersbach Urban Winterhalter zu bedenken. Derzeit dürfen Jäger nicht nach der FFH Richtlinie Wölfe abschiessen. Es sei noch zu klären wie hoch die Ausgleichszahlungen, für die Schäden an Nutztieren sind, um die Betroffenen zu entschädigen. „Wir müssen zunächst klarstellen, wieviel der Wolf es uns wert ist anzusiedeln.“  Der Europaabgeordnete zeigte auf, mit welchen Möglichkeiten die Nachbarstaaten in Europa dem Wolf Herr werden und wie die Population im Rahmen gehalten sind. „Wir könnten dem Beispiel in Frankreich folgen und wenn über die verträgliche Anzahl der Wölfe Klarheit besteht, sodass dort auch mittels Abschusslisten, die nötige Anzahlbeschränkungen eingehalten werden.“

Die Offenhaltung der Landschaften und Vermarktung der Kulturlandschaften für den Tourismus sind die Dauerbrenner der Kommunen. Die Stadt Zell habe mit der Weidezaunförderung einen wichtigen Beitrag zur Offenhaltung der Landschaften beabsichtigt. Ein Landwirt begrüßte, dass der Zuschuss beim Zaunbau gefördert wird, konnte aber nicht nachvollziehen, dass hier Unterschiede in der Zweckbestimmung seien. „Es wurde einer von drei Zäune abgelehnt, weil der Zaun dafür da wäre, dass nicht als Schutz zum Ausbrechen sondern keine wilden Tiere einbrechen.“ Stadtrat Hannes Grafmüller, zeigte sich missmutig, dass hier Einschränkungen gemacht werden. „Die einzige Möglichkeiten die unsere Stadt unternehmen kann die Offenhaltung zu begünstigen, um keine Gegenteilige Bezuschussung gegenüber Europäischen Programmen zu machen, wird hiermit eingeschränkt. Dies ist nicht im Sinne des Erfinders.“

Auf Nachfragen über die Neueinrichtung der Forstbetriebsreform und den daraus entstandene Sturm der Entrüstung der Waldbesitzer. Positionierte sich der Bürgermeister aus Haslach Philipp Saar hinsichtlich der Veranstaltung in Hausach ganz klar für die Waldbesitzer. „Eine Forstbetriebsreform sollte nicht im stillen Kämmerlein durchgeführt werden, ohne dabei die betroffenen mitzunehmen.“ Dr. Schwab erklärte, dass dies „natürlich“ Ländersache sei und zeigte aber auf, dass es hier zu erträglichen Kompromissen kommen muß, um den damaligen Vereinbarungen aus den siebziger Jahren und den Zuspruch der kostenlosen Beförsterung gerecht zu werden. „Es ist schon Gewohnheit, dass die Wälder für die Öffentlichkeit frei zugänglich sind und auch ein Förster seine zuständigen Reviere hat. Es zeichnen sich aber Lösungen ab, in diesem Konflikt aufeinander zuzugehen. Die CDU zeigt sich hier aufgeschlossen gegenüber den Belangen der Waldbesitzer und Landwirten.“

Mit der Zaubereinlage des Gastwirtes Edgar Berger „Magic Eddie“ warb der Zauberer für ein magisches Europa und vielen Wählerstimmen, die für die Demokratie wichtig seien.